FSV-Vereinsführung und Mainz-Süd bewältigen gemeinsam erneuten Sixpack in München

Innerhalb von 6 Monaten einen Sixpack aus dem Fitnessstudio mitzunehmen dürfte für die meisten von uns schwierig sein! Innerhalb dieses Zeitraums gleich zwei Sixpacks zu ergattern, geht eigentlich nur im Getränkemarkt –  oder eben als 05er in der Allianzarena. Wieder sechs Gegentore sind schon ein Brett.

Nach einem vielversprechenden Beginn und der umjubelten Führung durch Djanga Boetius gingen wir als Sieger in die Getränkepause. Wir haben die Bayern lange nicht wirklich ins Spiel kommen lassen. Selbst als Alaba mit einem ebenso sehenswerten wie leider unhaltbaren Freistoss die Halbzeitpausenführung für die Bayern erzielte, war es nicht vermessen von zumindest einem Punkt zu träumen.

Am Ende geht uns leider wieder die Luft aus

Doch es kam anders. „Überforderung“ und „Kontrollverlust“ beschreiben den Auftritt unserer Jungs in Abschnitt zwei wohl ganz treffend. Nun gibt es sicher Schlimmeres als ein Spiel in München zu verlieren. Doch die Häufung der Nackenschläge drückte schon auf die Stimmung aller 05er an diesem Nachmittag: Wieder ein Pflichtspiel verloren, wieder nach gutem Beginn zum Ende hin die Bude nicht dicht gehalten, wieder eine Gegentorflut in München……! 

Und doch steht an diesem Tag noch ein Highlight für unseren kleinen Fanclub auf dem Programm. Vorstandsvorsitzender Stefan Hofmann hat sich zum Besuch im Stadion and der Schleissheimer Strasse (SadSS) angekündigt und auch Christian Viering und Cäcilia Alsfasser aus dem Aufsichtsrat des FSV gesellen sich zu uns.

Kneipe statt Hotel-Sauna: Die Vereinsführung an der Basis

Nicht nur die sommerlichen Temperaturen sorgen dafür, daß das SadSS kocht. Bei unserer Ankunft feiern die Fans von Union Berlin ihren ersten Bundesligasieg gegen den BVB. Erst als die Eisernen siegestrunken das Stadion verlassen, bekommt man langsam wieder Luft und die nun wieder erträgliche Geräuschkulisse ermöglich es Stefan Hofmann ein paar Worte an unseren Fanclub zu richten. Auch ihm ist die Enttäuschung über das 1:6 an diesem Tag und den Saisonstarts insgesamt anzumerken. Er spricht dies selbst an, betont aber auch: Wir sind 05er, wir stehen wieder auf, wir behalten die Ruhe und wir haben mehr denn je die Qualität, um in der Liga zu bestehen.

Im Gegensatz zu den Beteuerungen anderer Vereinsverantwortlicher nach Misserfolgsserien nimmt man Stefan diese Ruhe und den Willen zur Konstanz auch tatsächlich ab! In anderen Clubs sind solche Aussagen häufig nur die Ruhe vor dem nächsten Aktionismus, häufig zu Lasten des Trainers. Nicht so bei uns. Gut so!

 

Erfreuliches und Unerfreuliches

Im Laufe des Abends entwicklen sich an den Tischen Gespräche zu den verschiedensten Themen. Eines der weniger Erfreulichen sind die Ereignisse während des Pokalaus zum Saisonstart. Bei aller eigenen Verärgerung über die Ereignisse, spürt man wie alle Verantwortlichen des Vereins bemüht sind, dass sich in der Folge nicht auch unter den Fans grössere Verwerfungen bilden. „Im Gespräch bleiben“ sowohl zwischen Verein und Fans als auch unter den Fans ist daher die bevorzugte Strategie der Vereinsvertreter. In der Tat können wir als 05er es nicht gebrauchen, untereinander uneins zu sein. Wir finden es dennoch schade, dass über Dinge, die selbstverständlich sein sollten, wie z.B. die eigene 05er-Fanfamilie im Block nicht zu gefährden, überhaupt Gespräche nötig sind. Sandro Schwarz hat alles was zu sagen ist, nach dem Pokalspiel treffend zusammengefasst: „Pyro braucht kein Mensch“! Wir hoffen, dass der Verein mit der kommunikativen Strategie an dieser Stelle erfolgreich ist.

Der Fussball im Mittelpunkt

Vor allem geht es an diesem Abend in den Gesprächen aber um Fussball und unseren Verein. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erklären was man in dieser Funktion eigentlich so macht. Stefan diskutiert über die Bedeutung des Nachwuchsleistungszentrums und unsere dort nachwachsenden Perlen. Alle zusammen diskutieren über Spieler, Spielsysteme, Transfers, Mentalität, Konzentration, Motivation und alles was den Fussball spannend macht. Auch Randaspekte des Fussballs werden erörtert wie z.B.: Warum gibt es bei RB eigentlich mehr Juristen als Mitglieder im Verein?

Austausch von Ansichten, Gewinnen von Einsichten

Für viele ergeben sich dabei spannende Einsichten, wie die Welt sich aus der Sicht der Vereinsspitze darstellt. Bei der Diskussion wie Mainz 05 sich in der sich zunehmend kommerzialisierten Fussballwelt behaupten kann, fällt der Satz „das wird der Markt entscheiden“. In dieser Unverblümtheit sicher nicht das, was man als Fan gerne hört. Anderseits macht Stefan klar, dass Mainz 05 ein lokal geprägter Verein ist und globale Investoren sich keine Hoffnungen auf einen Einstieg zu machen brauchen. Man bekommt eine Idee davon, wie schwierig es im Alltag sein kann einerseits zu akzeptieren und damit umzugehen , dass Bundesligafussball ein Business ist, aber eben andererseits eine Herzensangelegenheit, die man nicht jedem betriebswirtschaftlichen Exzess ausliefern darf. Wir hatten jedenfalls den Eindruck, dass der Verein diesbezüglich bei Stefan in guten Händen ist – mit einer Mischung aus kühlem Realismus, aber eben auch grosser Leidenschaft für den Fussball generell und unseren Verein im Besonderen. 

Ein Treffen, das den Schmerz etwas lindert

Am Ende des Abends hat der gegenseitige Austausch auch geholfen, den Schmerz der Niederlage am Nachmittag ein wenig zu lindern. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Der Besuch von Stefan, Cäcilia und Christian wurde auch im Nachgang von den anwesenden Mainz-Südlern als positiv beurteilt – und nicht nur von diesen.

Holle, der Wirt des Stadions, konnte seine Anerkennung über den  Besuch der Vereinsführung nicht verbergen. Holle hat schon manches in seinem Kleinod erlebt, aber einen Fanabend mit Vereinsboss kann ausser unserem FSV kein anderer Club dort vorweisen. Stefan selbst zeigte sich ebenfalls von der liebevoll ‚verschalten‘ Kneipe beeindruckt, in der auch rivalisierende Fans ihre Spiele gemeinsam anschauen. Ohne Zweifel: unser Vorsitzender hat an diesem Abend lieber mit Mainz-Süd in der Hitze der Fussballkneipe geschwitzt statt alleine in einer sterilen Münchener Hotelsauna.

Können wir annehmen, ähnliches von Nasser Al-Khelaifi oder Roman Abramowitsh sagen zu können? Eher nicht! Dies ( ok, die Teilnahme an der CL vielleicht auch noch) unterscheidet uns von Fusballzirkusunternehmen wie PSG und es ist einer der guten Gründe, warum wir Stolz auf unseren Club sind.

Wir hoffen, daß wir ein solches Treffen bald wiederholen können. Vielleicht dann mit einem Punkt oder mehr im Gepäck, damit die Stimmung nicht erst aus dem tiefsten Keller auftauchen muss. Damit es überhaupt dazu kommt, müssen wir jetzt allerdings auch mal ein paar Punkte sammeln. Doch die werden sicher kommen. Wir sind der FSV! Wir geben nicht auf! Auf geht’s!

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