Zahlreich wie nie zuvor – Radtour nach Augsburg

Es war mal wieder ein typisches Auswärtsspiel: Keine Punkte, keine Tore und ein sehr unerfreulich anzusehendes Gekicke. Erschreckend war vor allem wie einfallslos unsere Jungs in Richtung Augsburger Tor agierten. Ohne Tempo, ohne Ideen! Und da wir hinten offensichtlich immer für das ein oder andere Gegentor gut sind, gab es mit dem 0:2 eine wirklich redlich verdiente Niederlage. Das dreckige Dutzend Mainz-Südler unter den ca 1000 mitgereisten Mainzern war sichtlich ’not amused‘.

Dabei hatte dieser Sonntag so gut begonnen: Um Viertel vor neun treffen sich bei strahlendem Sonnenschein 6 Mainzer Radler am Hirschgarten um sich auf den Weg nach Augsburg zu machen. Einige sind mit 05-Trikot und Funktionskleidung professionell ausgerüstet, andere haben Muttis Einkaufskörbchen auf dem Gepäckträger, um die Gruppe unterwegs mit Radler versorgen zu können. Reinhard hält das Mountainbike für den angemessenen Untersatz um die sanften Hügel auf der ca 75km langen Strecke zu überwinden. Neuzugang Jonas dagegen kommt mit dem 3-Gang-Radl aus dem vergangenen Jahrtausend zurecht. Jeder Jeck ist anners – gut so!

Nach nur wenigen Kilometern erreichen wir die Blutenburg, ein schöner Ort für ein Gruppenfoto. Wir suchen nach einem Fotografen und steuern konsequent auf ein Pärchen zu, welches einen romantischen Morgenspaziergang macht. Leider machen wir 6 unausgeschlafenen Fussballfans keinen allzu vertrauenswürdigen Eindruck. Es dauert eine Weile bis die Beiden verstehen, dass wir nur ein paar fröhliche Mainzer sind und sie sich nicht vor uns zu fürchten brauchen. Am Ende schiessen sie gerne ein paar Fotos und wünschen uns eine gute Reise.

Die Radler bekommen unterwegs Zuwachs

Nicht alle haben zu solch früher Stunde schon Zeit für ein Frühstück gefunden, daher gibt es in Fürstenfeldbruck gleich die erste Pause. Ein Bäckerladen wird gestürmt, Süßes und Herzhaftes in der Sonne verspeist. Danach radelt es sich schon viel einfacher bis nach Adelshofen. Dort wächst die Reisegruppe an. MichaL hat sich aus Richtung Ammersee auf den Weg gemacht. Da sich der Gute schon eine ganze Weile nicht hat sehen lassen, spielen sich mitten auf der Hauptstrasse des Dörfchens emotionale Wiedersehensszenen ab. Dies ist dann auch gleich der nächste Anlass für eine Pause. Am Dorfteich von Adelshofen trinken die Radler ein paar Flaschen des nach ihnen benannten Getränks (Danke Udo!)

 

Einkehr im Prittrichinger „Biergarten“

MichaL will gar nicht mehr weg aus dem Biergarten

Danach geht es dann erst mal wieder ein paar Kilomter weiter Richtung Westen. Es geht erstaunlich flott voran, was bei einer 7er Gruppe nicht ganz selbstverständlich ist. Alle scheinen den Saison -Endspurtgedanken verinnerlicht zu haben. Aber niemand muss sich allzu sehr verausgaben. Schliesslich hat Reinhard schon die nächste Pause organisiert: Sein Freund und Kollege Michael mit seiner Frau Nina haben ihren Garten in einen Biergarten für uns verwandelt. Uns erwarten schon Sonnenschirme, Bierbänke, kaltes Bier, Brezen, Käse, Oliven und überhaupt alles was das Herz begehrt. So kann man das Leben aushalten.

Danke Nina, Danke Michael! Schön war es bei Euch! Gerade noch bevor die Ersten entscheiden einfach dazubleiben um den Tag im Garten ausklingen zu lassen, machen wir uns auf zur letzten Etappe.

Schlussetappe zu acht

Die Schlussetappe führt direkt am Lech entlang Richtung Norden. Der Radweg ist ein wenig eng und holprig, es herrscht einiger Betrieb – auch die Schwaben wollen das schöne Sonntagswetter geniessen, schließlich kostet es nichts. Kaum haben wir den Haunstetter Wald verlassen, werden wir in den Ausläufern Augsburgs von einem weitern 05-Radler eingeholt. Achim hat es auf den letzten Metern geschafft zur Ausflugsgesellschaft zu stoßen. Damit haben wir nun endgültig einen neuen Teilnehmer-Rekord: Zu acht sind wir noch nie zu einem Auswärtsspiel geradelt. Das ist natürlich Grund genug noch eine weitere Pause einzulegen. Keine 300m vom Stadion entfernt, geht es in einen Biergarten um unseren Durst von der anstrengenden Tour zu stillen und den Rekord zu feiern. Ist das nun die letzte Trinkpause vor dem Anpfiff? Nein!

Die Fitten und die Schlappen

Vor dem Stadion erwarten uns die mit Auto und Zug angereisten Mainz-Südler. Manchem steht die Sorge ins Gesicht geschrieben, dass ihr Ticket nicht rechtzeitig mit den Radlern eintreffen könnte. Da kann schliesslich noch niemand wissen, dass es besser gewesen wäre, das Spiel nicht gesehen zu haben. Die Wingertsknorze sind so nett und stellen uns ihren Bus zur Verfügung um unser Gepäck einzulagern – und ebenso verabreichen sie uns noch ein kaltes finales Bierchen bevor es dann auf ins Stadion geht – und der schöne Teil des Sonntags fürs Erste zu Ende geht.

Nach dem Spiel sitzt bei einigen der Frust so tief, dass sie sich nicht vorstellen können, still in einem Zug zu sitzen. Ein Trupp von immerhin 3 Wackeren entscheidet deshalb, auch wieder zurück zu radeln. Respekt! Den Anderen hat die Niederlage (und die 3-Gang-Schaltung) alle Energie geraubt. Für diesen schlappen Haufen klingt der Tag bei einem Bier in der Regionalbahn aus. Auch nicht übel!

Zu einer kleinen Bildergalerie geht es hier

 

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