Alle 05 Jahre wieder: Mit dem Rad nach Stuttgart

24. bis 27. August 2017

Nach unserer ersten Rad-Tour nach Stuttgart im Jahr 2012, wurde es ca. 5 Jahre später wirklich wieder mal Zeit: Der VfB ist wieder zurück in Liga 1 und der Spielplan beschert uns einen radelfreundlichen Termin im Sommer. Somit gibt es keine Ausreden mehr, zwei Tage Urlaub nehmen und los geht’s.

Gleich Donnerstags morgens, 7:30Uhr, zeigt München wieder was für ein Dorf es doch ist: Noch ist kein ganzer Kilometer auf der Uhr, da radeln wir an einer Tramhaltestelle vorbei, von wo aus es freundlich ruft und winkt. Angie hat schon von weitem uns rot-weissen 05-Radler entdeckt. Ein wenig fühlt es sich an als sei nur Mainz-Süd auf Münchens Straßen unterwegs. Angie hat noch zwei Tage Arbeit vor sich bevor auch sie zum Stuttgartspiel aufbricht. Für uns Radler sind die 250km nach Stuttgart in weniger als 2 Tagen aber kaum zu machen. Die Tour de France wird wohl auch im nächsten Jahr ohne uns stattfinden müssen!

Am Treffpunkt Blutenburg vor den Toren Münchens sind wir dann komplett. Achim, Thomas und Andrea zurren die 05-Fahnen am Rad fest, und los geht der Spass. Das Wetter ist perfekt und nach einigen Diskussionen über die richtige Route kommen alle gut in Tritt.

Achim und Andrea zum Tourstart an der Blutenburg

Schon bald liegt Fürstenfeldbruck hinter uns und nur kurz danach überqueren wir südlich von Augsburg den Lech, wo wir uns Zeit für ein Selfie nehmen. Über Bobingen führt unser Weg durch die westlichen Wälder des Naturparks Augsburg nach Burgau. Dort fordert die Hitze dann einen ersten Tribut. An einer Eisdiele kühlen wir unsere überhitzen, muskulösen Körper mit ein wenig Malaga-Eiscreme und viel Sahne. So gestärkt fühlen wir uns für den Endspurt der ersten Etappe gerüstet.

Es geht über die Donau, nördlich an Günzburg und Leipheim vorbei bis nach Langenau. Wir sind seit unserem Start in München vor 11 Stunden nun etwa 8h gestrampelt und haben ca. 150km in den Beinen. Zeit sich ein Bett zu suchen. Wir werden in unserem Hotel trotz unseres strengen Geruches freundlich und in tiefstem Schwäbisch begrüßt. Die Chefin des Hauses empfiehlt uns direkt im angeschlossen Restaurant zu essen, sie empfiehlt aber auch dort nicht zu erschrecken: Wir seien in einem Sterne-Restaurant gelandet, brauchen aber keine 7 Gänge zu bestellen, wenn wir nicht möchten. Super! Wir springen erst mal unter die Dusche, unser Körpergeruch ist danach wieder absolut Sterne-tauglich. Trotzdem fallen wir im Restaurant ein wenig auf, denn wir haben die passende Garderobe leider zu Hause gelassen. Geschmeckt hat es trotzdem ausgesprochen lecker.

Am nächsten Morgen holen wir unsere Räder aus der Hotelgarage. Dort steht ein SUV der Oberklasse, auf den das Nummernschild mit den Ziffern „1860“ und der Aufkleber mit den Worten „TSV“ nicht so recht passen will. Die Zuffenhausener sind traditionell nicht unbedingt der Auto-Ausstatter der Giesinger Arbeiterklasse. In breitem Schwäbisch erklärt uns der Hotelchef und Eigentümer des Gefährts seine Liebe zu den Blauen. Wir verstehen nicht alles was er uns sagen will, was in erster Linie aber sprachliche Gründe hat. Mit dem VfB kann er nix anfangen und wünscht uns viel Erfolg in Stuttgart.

Die zweite Etappe geht mitten durch VfB-Land

Die folgenden 100km führen dann durch echtes VfB-Territorium. Ein älterer Herr flitzt auf seinem e-bike an uns vorbei. Er ist irritiert mitten auf der schwäbischen Alb 05-er auf dem Rad anzutreffen. Wir halten einen Schnack, erfahren dass er seit dem Aufstieg wieder eine Dauerkarte hat und unseren Neuzugang Maxim lieber weiter in Stuttgart gesehen hätte.

Verkehrssichere Radbekleidung vom FSV

Er verspricht am Samstag nach uns Ausschau zu halten und wenn wir uns wiedersehen ein Bier mit uns zu trinken. Bei Geisslingen erhöhen wir unsere Durchschnittsgeschwindigkeit: rasant geht es die Steige hinunter. Achim ist noch nicht genug Kilometer gefahren und macht noch einen Abstecher an das Kreuz, das über der Stadt tront. Andrea und Thomas machen in Geisslingen derweil wieder eine Eisdielenpause und besuchen dort den ‚Hamburger Fischmarkt‘. Nicht nur das Oktoberfest hat derweil Ableger überall in der Republik. Wenig später treffen wir 2 Mountianbiker, die uns ein fröhliches ‚VfB -VfB‘ ins Ohr gröhlen.

Kein Muto-Tor für den Ehrengast aus Japan

Wir revanchieren uns mit einem ‚FSV‘ -‚Mainz null Füüüüünf‘- Wechselgesang. Die Jungs begleiten uns einige Kilometer. Auch sie bedauern den Abgang von Maxim und wollen das Spiel am Samstag anschauen. Vor lauter Gebabbel geht es deutlich langsamer voran als am Vortag, doch gegen 18:00 kommen wir schließlich in Stuttgart an.

Am Samstag treffen nach und nach mit Angie, Peter, Tina, Friedhelm, Jo und Mina auch alle anderen Nicht-Radler in Stuttgart ein. Das Wetter ist gut, ebenso noch die Stimmung, vor dem Stadion fliesst das Bier. Leider geht das Spiel knapp verloren, ein Punkt wäre auch nicht verdient gewesen. Alle die direkt wieder abreisen  können ihren Frust in Bahn und Bus nur alleine bewältigen. Andrea, Thomas und Jo beiben noch eine Nacht und haben Glück: In der S-Bahn treffen sie auf ein paar Stuttgart-Fans, die mit einem Mainzer Kumpel unterwegs sind. Die Jungs werden von unserer japanischen Besucherin angelockt, einer von ihnen will sofort sein durchaus beachtliches Japanisch ausprobieren. Die Jungs kennen sich in der Stadt aus und wenig später sitzen alle auf einem Stuttgarter Kaufhausdach, dass zur Strandbar ausgebaut wurde. Über den Dächern von Stuttgart geht bei schöner Aussicht, einigem Bier und einer gemeinsamen Shisha der Nachmittag versöhnlich zu Ende.

Mehr Fotos zur Radtour und anderen Aktivitäten findet ihr in unserer Fotogalerie.

 

 

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